Langfassung des Artikels von Christine Pönisch und Volker Rossow aus dem Pedal-Ritter 01/2009

Kreuz und quer durch die Rhön

Nachdem wir schon mehrfach die Rhön tangiert hatten, entschlossen wir uns im Herbst 2008 zu einer intensiveren Erkundung. Dazu stand uns ein Zeitrahmen von einer Woche zur Verfügung. Wir betrieben eine intensive Vorplanung, denn wir wollten insbesondere die Anbindung der verschiedenen Trassen untereinander erkunden, auch einigen neuen weniger bekannten Regionen unseren Besuch abstatten und uns aber auch die reizvollsten Gegenden nicht entgehen lassen. Bei bisherigen Touren z.B. rund um den Pleß empfanden wir die Jahreszeit des Herbstes als besonders geeignet, weil hier die Laubfärbung der Landschaft einen zusätzlichen Reiz verleiht. Anders als im Thüringer Wald überwiegen Laubwälder, insbesondere Buchen die der Rhön, dem Land der offenen Fernen, außerdem mit dem Namen "Buchonien" ein weiteres Attribut verleihen. Man setzt in der Rhön außerdem auch auf die Vermarktung regionaler Produkte und es gibt auch so manches für den geschichtlich interessierten Besucher zu entdecken, von den Zeugnisse keltischer Besiedlung, bis hin zu jenen der jüngeren Vergangenheit wie ehemaligen Bahntrassen und Hinterlassenschaften der Teilung.

Von Bad Salzungen ins Kegelspiel

An einem regnerischen Herbsttag im Oktober fuhren wir mit der Süd-Thüringen Bahn nach Bad Salzungen. Hier beginnt am Gradierwerk (Keltentherme) der Rhönradweg der zunächst identisch mit dem Werratal-Radwanderweg flussabwärts verläuft. Diesmal vermieden wir die Steigung über die Kreyenburg, und folgten zunächst der Bundesstraße in Richtung Leimbach.

Auch wenn hier teilweise straßenbegleitende Radwege angeboten wurden, so ist die Strecke jedoch wegen der enormen Verkehrsbelastung nur bedingt zu empfehlen. An der Kirche in Leimbach zweigt dann jedoch eine attraktive Route in Richtung Hämbach ab. Auf dem weiteren Weg nach Merkers bieten sich schöne Ausblicke ins Werratal. In Merkers nahmen wir den Rhönradweg wieder auf.

In Vacha verließen wir kurz die Route. Über die alte Steinbogenbrücke (Bild rechts) gelangten wir in den Ort, der an seinem Markplatz attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten bot. Dann hieß es Abschied von Thüringen zu nehmen. Vor Philippsthal entsagten wir, auf dem Rhönradweg verbleibend, dem Werratal-Radwanderweg um sogleich den Ulstertal-Radwanderweg aufzunehmen. In Wenigentaft wollten wir in den Radwanderweg "Hessisches Kegelspiel" abbiegen um die Kuppenrhön zu erkunden. Dies erwies sich mangels nicht vorhandener Beschilderung als gar nicht so einfach. Der "Kegelspiel-Radweg" empfing uns mit einem gut ausgebauten Rastplatz und einer Hinweistafel, so fühlt sich der Radtourist gut aufgenommen und erwünscht. Die Strecke erwies sich als durchgängig asphaltiert, sie verläuft auf der ehemaligen Bahntrasse nach Hünfeld.

Dabei überwindet Sie bei Eiterfeld die Wasserscheide zur Haune und bietet herrliche Ausblicke auf und in die Kuppenrhön mit ihren ehemaligen Vulkankegeln. In der Nähe der Wasserscheide nahmen wir in Leibolz Quartier, unternahmen noch eine Wanderung und genossen den Ausblick auf zahlreiche Gipfel des Kegelspiels, wie Lichtberg, Rückersberg, Stallberg, Morsberg, Hübelsberg und Stallberg. Bei einbrechender Dunkelheit gelangtem wir noch auf abgelegenen Wegen auf den Gipfel des Lichtberges.

Am nächsten Tag überquerten wir die Wasserscheide, nach einigen Kilometern schließlich den beeindruckenden Velodukt bei Klausmarbach (Bild) und gelangten in die Conrad-Zuse-Stadt Hünfeld. Leider war das Museum, das dem Erfinder des Computers gewidmet ist, aber auch dem Maler seine Referenz erweist geschlossen. So konnten wir es bei eisigem Wind nur von außen betrachten.

Im Zentrum vermissten wir eine konkrete Routenwegweisung zum Haunetalradweg und mussten so mit den reichlich vorhandenen Zielwegweisern vorlieb nehmen.

Auf dem Haunetalradweg zum Milseburgradweg

Zunächst folgten wir dem Haunetal parallel zur Bundesstraße mussten aber im Gegensatz zu dieser größere Höhenunterschiede überwinden, bevor wir uns entschlossen vor Marbach zum Haunestausee hinab zu stoßen. Bis heute gelang es uns nicht eindeutig zu klären ob wir tatsächlich der vorgesehenen Route des Haunetalradweges gefolgt sind. Eine Routenwegweisung fanden wir erst an dessen südlichen Ende vor.

Auf dem Milseburgradweg zur Ulster

Dann erreichten wir, sicher geleitet, den Knotenpunkt mit dem Milseburgradweg. Auch dieser verläuft auf einer ehemaligen Bahntrasse. So sehr wir uns hier gut aufgenommen fühlten, so traurig waren wir jedoch auch als Bahnfreunde über die verloren gegangene Verkehrsinfrastruktur. Einige Drängelgitter erschwerten die Überquerung der kreuzenden Straßen, ansonsten gab es nichts auszusetzen. Der Radverkehr war auch bei windig regnerischem Wetter nicht gering. Am ehemaligen Bahnhof in Langenbieber erwies sich die Radverkehrsinfrastruktur mit dem Angebot eines Schlauchomaten als besonders gut.

Stetig führte uns die Trasse bergan. Wir fieberten dem absoluten Höhepunkt des Radwandertages, der Durchquerung des Milseburgtunnels entgegen. Doch zuvor boten sich noch vielfältige Ausblicke in eine vielfältig gegliederte Landschaft. An Schloß Biberstein vorbei, zunächst unerreichbar über uns trohnend, später fast greifbar, schraubten wir uns auf der alten Bahntrasse immer weiter hinauf. Kleinsassen wurde passiert, ein Künstlerdorf das u.a. mit seinem Traumtheater Gäste anlockt. Schließlich passierten wir einen Aussichtspunkt von dem die Milseburg bereits gut zu sehen war. Eine Infotafel wies die sichtbaren Gipfel aus. Nach der Durchquerung eines bewaldeten Abschnittes erreichten wir ein dem Wind ausgesetztes Plateau bei Elters. Dann tauchten wir bei einsetzendem Regen in einen Wald ein, passierten den Abzweig der Umleitungsstrecke, die in der Zeit der Schließung des Milseburgtunnels (1. November bis 31.März) dem auch in dieser Zeit nicht untätigen Radfahrern zusätzliche Kräfte abverlangt (Länge 4 km). Doch ist diese Anstrengung nicht umsonst, da der Tunnel nun Fledermäusen eine Heimstatt bietet. Dann verengte sich der Geländeeinschnitt und wir erblickten nach einer Biegung das Tunnelportal. 1172m, doch nicht in absoluter Dunkelheit, denn der 1889 fertig gestellte Tunnel wird umweltschonend mit Natriumdampflampen beleuchtet, die durch Bewegungsmelder eingeschaltet werden. Schließlich erblickten wir alsbald Licht am Ende des Tunnels und entschlossen uns, nicht zuletzt wegen des schlechten Wetters und dem geplanten Besuch der Milseburg die Jugendherberge in Oberbernhards anzusteuern.

Am darauf folgenden Tag führen wir wegen starken Regens mit dem Bus nach Hilders, besuchten die Therme "Ulsterwelle" und wanderten zu Fuß zurück nach Oberbernhardts.

Der nächste Tag entschädigte uns deutlich, die Sonne schien und so verließen wir nach einem guten Frühstück, das ansonsten wenig gastliche Quartier.

Auf dem Ulsterradweg zum Felda-Ulstertal-Radweg

Wir verließen bei Aura den Milseburgradweg und erreichten damit wieder den Ulsterradweg bzw. Rhönradweg, dem wir diesmal flussabwärts folgten. Fast sollte sich der Kreis wieder schließen. Es ging auf gut asphaltierten Wegen, teilweise auf der Straße ohne Gegenanstiege flussabwärts.

Zunächst lockte uns das unübersehbar beworbene Erlebniskaufhaus im Rhöndorf an. Dieses befindet sich in Wendershausen, einem Ortsteil von Tann. Auf einer Fläche von 600 qm bietet das Erlebniskaufhaus über 2000 typische und charakteristische Produkte von einheimischen Produzenten der Rhön an.

Nach dem Erwerb einiger Kleinigkeiten, die Transportkapazität des Radlers ist ohnehin beschränkt, steuerten wir Tann selbst an. Das auffälligste an dem Ort ist zunächst das enge Stadttor, doch erreicht der Radler vom Ulsterradweg aus, den Ort nicht durch das selbige.

Tann bietet darüber hinaus zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten, u.a. ein Naturkundemuseum mit einer einzigartigen Ausstellung der einheimischen Tierwelt (von der Eiszeit bis heute) und das Rhöner Museumsdorf (Bauernhäuser aus den letzten 250 Jahren).

Wir hatten wenig Zeit zum Verweilen, da wir schon das nächste Quartier festgelegt hatten und dort schon am zeitigen Nachmittag erwartet wurden. So beließen wir es bei einem kurzen Rundgang.

Glücklicherweise unterhielten wir uns am Ortsausgang mit einem Einheimischen der uns wertvolle Hinweise zu der Querverbindung zwischen Ulstertal und Feldatal gab. Doch zunächst passierten wir die Grenze nach Thüringen. Der Ulstertalradweg verläuft hier mal mehr, mal weniger nahe an der Bundesstraße 278. Vorbei an Motzlar und Schleid durchquerend erreichten wir den Ortseingang von Geisa. Hier zweigt der Ulsterradweg noch vor der Brücke rechts ab und verläuft am rechten Ufer. Am alten Kulturhaus vorbei erreichten wir die Ortsdurchgangsstraße und nach einigen Abzweigen, den bundesstraßenbegleitenden Radweg der uns vorbei an Borsch nach Butlar führte.

Hier wurde es spannend es galt den Einstieg in die Verbindung ins Feldatal zu finden.

Auf dem Felda-Ulstertal-Radweg zum Feldatalradweg

Zwischen Butlar und Niederoechsen ist dieser Radweg identisch mit dem bereist in Wenigentaft beginnenden Oechsenbahnradweg. Den Abschnitt zwischen Wenigentaft und Butlar (identisch mit dem Ulsterradweg bzw. Rhönradweg) sind wir nicht gefahren.

Zur Kirche geht es recht heftig bergan rechts um sie herum, noch ein Stück bergan und dann wieder rechts. Die Trasse der Öchsenbahn war erreicht, aber konnte das denn sein, wir waren immer noch auf dem Ulstertalradweg. Natürlich nicht wirklich, aber welche Irreführung man hatte den Weg mit den entsprechenden Symbolen versehen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf für eine durchgängig korrekte Beschilderung. Gerade auch an den Zugängen von Felda- und Ulstertal. Infotafeln zur Geschichte der Bahntrasse und der Orte könnten den Weg weiter aufwerten. Die Routenführung und der bauliche Zustand boten wenig Anlass zu Kritik.

Lediglich im Bereich des Öchsenbahnradweges war die Asphaltdecke schon etwas angegriffen, teilweise ausgebessert. Aber trotzdem; eine Strecke für absolutes Genussradeln. Unter einem fast geschlossenen Laubdach strampelten wir zielsicher dahin, keine Poller und Drängelgitter. Schließlich passierten wir die "Sängerwiese", ein schön gelegenes Ausflugslokal. Wir durchquerten einen Tunnel und fanden kurz darauf bereits die Ausschilderung zur Reismühle. Wir bogen links auf einen gut asphaltierten Feldweg ein und folgten diesem bis zur Ortsverbindungsstraße von Mieswarz nach Mariengart. Hier fanden wir sogar einen straßenbegleitenden Radweg vor. Schließlich erreichten wir den wieder aufgerichteten Torbogen des Klosters Mariengart. Dann ging es kurz auf Kopfsteinpflaster bergab und die Reismühle war erreicht. In dem prächtigen Haus fanden wir freundliche Aufnahme und da es noch zeitiger Nachmittag war, beschlossen wir noch etwas zu wandern. Wir hatten den Berg schon bei der Anreise erblickt nun beschlossen wir ihn zu besteigen, den Baier, mächtigste Basaltkuppe der Thüringer Rhön. Leider gab es zunächst keine annehmbare alternative zur Straße nach Gehaus, aber der Ort war schnell erreicht. Wir schauten uns kurz am Schloss um. Durchquerten den Ort rasch und stürmten bergan. Undefinierbare Gemäuer erschienen im durch die Bäume brechenden Gegenlicht. Letztlich erwiesen sich diese als Reste des am 17. Mai 1914 errichteten Karl-August-Turmes, der bei einem Brand 1988 zerstört wurde. Schließlich fanden wir auch ein liebvoll gestaltetes Gipfelbuch, eine Infotafel und eine Bank vor. Auch auf dem Baier hat man Reste vorzeitlicher Siedlungsanlagen entdeckt. Mächtige Mauerringe umschlossen den Berg in der Latène-Zeit.

Den erlebnisreichen Tag beendeten wir in der der Gaststube in Planung und Vorfreude auf die Wanderung des nächsten Tages.Wir machten uns auf den Premiumwanderweg "Keltenpfad" zu beschreiten. Dieser windet sich um bzw. auch auf Geiskopf, Dietrichsberg und Öchsen, und berührt dabei das Keltendorf Sünna.

Am folgenden Tag überwanden wir die kurze, aber heftige Steigung nach Mariengart und gelangten auf vertrauten, diesmal unversperrten Wegen, wieder auf den Öchsenbahnradweg, bzw. Felda-Ulster-Radweg, beschildert als Ulstertalradweg..

Es galt die Fortsetzung und schließlich die Anbindung an den Feldatalradweg zu erkunden.

In Niederoechsen verlor sich jegliche eindeutige Beschilderung. Einfache grüne Holzschilder "Radweg" bzw. "Zum Radweg", ja hatten wir den die Route bereits verloren oder gab es hier eine Lücke, und zu welchen Radweg denn bitte; bildeten einen negativen Kontrast zu der sehr guten Wegequalität und der angenehmen Routenführung. Bis zum Bilstein bei Lenders, einem Rest eines vulkanischen Schlotes ging es noch recht gemächlich bergauf, dann wurde es am Talschluss heftiger. Schließlich konnten wir an der Emberghütte ins Feldatal hinab schauen. Hier verloren wir mangels Beschilderung die Trasse und schlugen uns mal hin und wieder den ein oder anderen Radwegweiser entdeckend zum Feldatalradweg durch. In Dermbach verloren wir die Trasse und erreichten den Feldatalradweg bereits bei Lindenau. In Glattbach fanden wir dann einen Wegweiser in die Gegenrichtung vor, hier waren wir offensichtlich an der Einmündung des Felda-Ulstertal-Radwegs in den Feldatalradweg. Oder doch nicht?

Auf dem oberen Feldatalradweg

Nun sehen wir mal wie es im oberen Feldatal aussah. Auch hier liegen die Gleise noch, die Trasse verläuft auch hier mal mehr, mal weniger weit entfernt vom Gleiskörper. Die Bahnhöfe liegen im Dornröschenschlaf, Brombeeren breiten sich auf den Gleisen aus. Ob hier jemals wieder Züge fahren? Oder dereinst Radfahrer? Dann bliebe Ihnen der krasse Abschnitt am Kuhkopf zwischen Neidhardtshausen und Fischbach und Diedorf erspart. Der schlecht ausgeschilderte Abzweig (wer fährt schon flussaufwärts?) will erst einmal gefunden sein, oder besser auch nicht. Nicht nur die enorme Steigung auch die miserable Oberfläche können gewiss von den wenigsten Tourenradlern fahrend bewältigt werden. Selbst wenn die Kräfte ausreichen, weniger profilierte Reifen kommen auch an ihre Grenzen. Von der angepriesenen Familienfreundlichkeit keine Spur. Wenigstens Asphalt viel besser jedoch eine Alternativstrecke wäre vonnöten.

Die weitere Ausschilderung erwies sich als dürftig und teilweise schlecht einsehbar. Auf einem Waldweg errechten wir Kaltennordheim. Am ehemaligen Bahnhof fehlte ein Routenwegweiser, schließlich bogen wir in einen Radweg ein, der am Ufer der Felda verlief. Alsbald gelangten wir ins Ortszentrum und besuchten den Schlosshof mit seiner 500 jährigen Linde. Wir nahmen den Feldatalradweg wieder auf und verließen den Ort, die Rhönbrauerei Dittmar (mit Museum) passierend. Auf einem etwas grob geschotterten Feldweg ging es ordentlich bergan nach Kaltensundheim. Hier wollten wir das Thüringer Informationszentrum des Biosphärenreservates Rhön besuchen. Wir kamen allerdings zur falschen Zeit fanden aber in der selbigen Straße ein Stück weiter bergan einen Laden mit regionalen Produkten und Informationen

Am Ortsausgang von Kaltensundheim ging es erst einmal steil bergauf. Bei Schafhausen entsagten wir dem Feldatalradweg.

Der Übergang zum Hochrhönradweg

Nach einem kurzen Anstieg ging es auf der Landesstraße 2621 steil bergab nach Erbenhausen und Reichenhausen.

Dann bogen wir auf die L1123 in Richtung Frankenheim ein. Es ging ordentlich bergauf, denn schließlich näherten wir uns dem höchsten Berg der Thüringer Rhön, dem Ellenbogen (813m). Hier unternahmen wir einen Abstecher zum urigen "Thüringer Rhönhaus" dichte Nebelschwaden zogen auf und ließen uns von einer Fahrt zum Ellenbogen absehen.

Schließlich fuhren wir auf einem asphaltierten Waldweg wieder zur L 1123. Wir folgten einer lokalen Route in Richtung hessische Grenze und erreichten kurz davor den Hochrhönradweg, auf den wir links in Richtung L1123 einbogen.

Wir fuhren in Frankenheim ein. Zeit ein Quartier zu suchen. Jedoch durchquerten wir den Ort noch, und gelangten nach Birx, in einem äußersten Zipfel unseres Landes, nahe dem Dreiländereck zwischen Thüringen, Hessen und Bayern gelegen.

Schnell war ein Quartier gefunden, das "Rhönstübchen". Weit ging der Blick ins Ulstertal.

Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Frankenheim zurück.

Auf dem Hochrhönradweg

Auf der Höhe zwischen den Orten erreichten wir wieder den Hochrhönradweg und bogen auf diesem in Richtung Südosten ab. Wir erreichten die Bayrische Grenze. Hier besuchten wir einen erhaltenen Grenzabschnitt mit Wachturm und Sicherungsanlagen auf dem Grabenberg.

Dann erreichten wir den Infopunkt am Schwarzen Moor. Da wir dieses bereits kannten und auf einen Basaltsee aufmerksam geworden waren, verließen wir den Hochrhönradweg und folgten der Hochrhönstraße in Richtung Fladungen, passierten die Sennhütte und bogen in einen Feldweg nach rechts ab. Dort stellten wir die Räder ab und bewegten uns an einem Feldrain in Richtung Nordosten, gelangten an einen Abgrund und stiegen einen schmalen Pfad bergab. Dann lag er vor uns, der Basaltsee. Die Basaltsäulen spiegelten sich in seinen Wassern wieder. Dann ging es wieder bergauf am Schwarzen Moor biegt die Hochrhönstraße scharf in Richtung Süden ab und nimmt den Hochrhönradweg wieder auf. An der Schornhecke, am Fuße des Heidelsteins verließen wir die Hochrhönstraße und folgen dem Rhönradweg in westlicher Richtung dann verließen wir diesen am Parkplatz wieder scharf nach Südwesten abbiegend. Der Gipfel des Heidelsteins (925m) lag bereits zum Greifen nah. Auf dem gut asphaltierten Weg ging es kurvig bergan.

Dann kamen wir an eine Stelle wo sich der Weg teilte und einmal zur Gedenkstätte des Rhönclubs und einmal zum Sendemast führte. Die Gedenkstätte besuchten wir zu Fuß, da der Weg dorthin für Radfahrer verboten und wenig geeignet ist, den Sendemast mit dem Rad. In der Ferne sahen wir Wasserkuppe und Kreutzberg. Am Fuße des Heidelsteines liegt auch die Ulsterquelle in deren Nähe nimmt der Rhönradweg wieder den Ulsterradweg auf. Doch wir hatten ein anderes Ziel. Also ging es wieder zurück bis zu jenem Punkt an dem der Rhönradweg wieder mit dem Hochrhönradweg zusammenstieß. An jenem verließen wir auch die Hochrhönstraße und folgten den hier redundant verlaufenden Radwegen in zunehmend rasanter Talfahrt in Richtung Osten. Die "Thüringer Hütte" passierend ging es immer noch stark abfallend nach Urspringen. Wir verließen die Straße und folgten einem Feldweg in Richtung Oberelsbach. Kurz hinter Urspringen nahmen unsere Radwege den Rhön-Sinn-Radweg auf.

Rhönradweg, Elsradweg, Rhön-Sinnradweg, Hessischer Radfernweg 1, Brendtalradweg

In Oberelsbach verabschiedeten wir uns vom Hochrhönradweg, der ab hier zunächst dem Elsradweg folgt. Wir wähnten uns Bischofsheim bereits ganz nahe. Doch Rhönradweg bzw. Rhön-Sinnradweg boten unter Vermeidung der direkten Straßenverbindung noch eine erhebliche Berg- und Talfahrt. Schließlich überquerten wir die B279 und erreichten Unterweißenbrunn und den Hessischen Radfernweg R1. Der Rhönradweg folgt diesem talwärts in Richtung Bad Neustadt an der Saale, der Rhön-Sinn-Radweg biegt nach Westen ab und verlässt den R1 bereits in Bischofsheim an der Rhön wieder. In Unterweißenbrunn fanden wir rasch ein Quartier am Sportplatz. So konnten wir auch Bischofsheim a. d. Rhön noch einen Besuch abstatten. Den Höhepunkt bildete dabei im wahrsten Sinne des Wortes die Besteigung des Kirchturmes.

Der nächste Tag zeigte sich trübe und Wolken verhangen. Doch dies sollte uns nicht von der nächsten Extratour, der Kreuzbergtour abhalten. Wir durchstießen kurz vor dem Gipfel des Kreuzberges (927m) die Wolkendecke und betrachten an der Kreuzigungsgruppe die über dem Wolkenmeer aufragenden Gipfel von Heidelstein und Wasserkuppe. Natürlich ließen wir auch das gute Klosterbier nicht unangetastet bevor wir wieder unter die Wolkendecke abtauchten. Am darauf folgenden Tag folgten wir dem R1, bzw. Rhönradweg, bzw. Brendtalradweg größtenteils straßenbegleitend talwärts. Wir erreichten Schönau an der Brend, wo 1925 Otto Feick das Rhönrad zum Patent anmeldete. Erfunden hatte er das Rad in Ludwigshafen am Rhein ca.1920-1922. Noch vor der Mündung in die Fränkische Saale nahmen wir auch den Hochrhönradweg wieder auf. An der Mündung der Brend in die fränkische Saale fanden wir einen überdachten Radlerinfopunkt vor. Dieser befindet sich 100 m entfernt von einem , wie des wichtigen Knotenpunkt zahlreicher Radwege, des Bayernetzes, des Rhön-Grabfeld-Radweges, des Main-Werra-Radwegs, des Radwanderweges Fränkische Saale, des Rhönradweges, des Hochrhönradweges, des Hessischen Radfernweges R1 und des Brendtalradweges. Die Symbolwegweisung ist inflationär. Schließlich folgten wir dem Main-Werraradweg (ich erspare dem geneigten Leser die Aufzählung der redundanten Routen) in Richtung Mellrichstadt. Nördlich der Stadt zweigt dieser jetzt nicht mehr in Richtung Osten ab, sondern verläuft jetzt identisch mit dem Radfernweg Meinigen - Hassfurt. Wir folgten jedoch der alten Route und erreichten den Werratalradweg, der Bahnstrecke folgend, im Gleisdreieck bei Grimmenthal. Von hier brachte uns die Süd-Thüringen-Bahn zuverlässig nach hause.