Harz wird zum Eldorado für Mountainbiker


Zweitgrößes MTB-Netz in Deutschland

Dass man in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge sehr gut wandern kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Inzwischen finden hier auch Mountainbiker ihre „Spielwiese“. Das Netz an MTB-Strecken wird immer dichter geknüpft und in nächster Zeit auf ca. 2000 km anwachsen. Damit weist der Harz nach dem Schwarzwald das zweitgrößte Streckennetz in Deutschland auf.

Vorreiter war dabei das Bundesland Niedersachsen. Inzwischen haben aber auch Sachsen-Anhalt und der leider oftmals unterschätzte Thüringer Teil des Harzes nachgezogen.

Auf Initiative der Harz-Agentur in Clausthal-Zellerfeld sowie der Stadtverwaltung Ellrich und der VG Hohenstein wurden im thüringischen Südharz sieben Strecken konzipiert. Die Gesamtstrecke beträgt 250 km und ist mit den Nachbarorten in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen gut vernetzt.

Die Strecken reichen von 15 km bei 400 Höhenmetern bis zu 60 km, bei denen 1500 Höhenmeter bewältigt werden müssen.

Hier kann man hoch hinaus

Ein Wahrzeichen des Südharzes ist der Poppenbergturm (601 m NN). Wer einmal dorthin radelt, sollte ruhig sein Velo abschließen, um auf den Turm zu steigen. Auch dafür ist Puste erforderlich, denn der 1894 erbaute und 1994 erneuerte Turm ist 33 m hoch. 167 Stufen sind zu bewältigen. Wenn es die Sichtverhältnisse erlauben, sieht man nicht nur „Vater Brocken“ im Norden. Im Südosten reicht dann die Aussicht über das Kyffhäusergebirge hinweg zum Ettersberg bei Weimar. Im Süden zeigt sich der Inselsberg und im Südwesten der Hohe Meißner.

Harzhafte Küche

Wer etwas für das leibliche Wohl tun oder auch übernachten möchte, findet in den beiden „Höhendörfern“ Rothesütte und Sophienhof (ca. 550 m NN) ausreichend Gelegenheit. Im Ilfelder Ortsteil Sophienhof lohnt sich ein Besuch in der idyllisch gelegenen Ziegenalm mit Hofcafe und Ferienwohnungen. Aber auch in den Talorten Ellrich, Sülzhayn, Ilfeld und Neustadt gibt es „harzhafte“ Küche und der fleißige Biker kann hier in heimeligen Pensionen sein müdes Haupt betten.

Abgestimmt wurden die Strecken mit dem Forstamt in Bleicherode. Hier lagen die Pläne auch für einige Wochen aus, sodass sie von allen Interessenten eingesehen werden und etwaige Änderungsvorschläge angemeldet werden konnten.

Sollten jetzt bei den Mountainbikern Begehrlichkeiten geweckt worden sein, müssen diese noch bis Mitte des Jahres 2011 zurückgestellt werden. Erst dann sind die Wege komplett ausgeschildert.

Roland Geißler, ADFC Nordhausen