Radwegebenutzungspflicht

Zeichen 254

Verbot für Radverkehr

Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Auf Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder absteigen.


Des Weiteren dürfen Fahrradfahrer nicht auf der Fahrbahn fahren, wenn folgende drei Schilder eine Radwegbenutzungspflicht anzeigen:



Sind diese Wege so gekennzeichnet, müssen sie von Radfahrern benutzt werden. Durch ein Zusatzschild kann die Benutzung des Radweges durch Mofas gestattet werden.
Ein Fahrbahn-Fahrverbot gilt allerdings nur, wenn der Radweg 1. straßenbegleitend, 2.benutzbar und 3. zumutbar ist. Sofern auch nur eine dieser drei Voraussetzungen nicht erfüllt ist, entfällt damit auch die Benutzungspflicht!
Die Benutzungspflicht greift auch nicht, wenn der Radweg nicht benutzt werden kann, etwa weil er versperrt oder nicht von Schnee geräumt ist oder das konkrete Fahrrad für den Radweg zu groß ist. Das steht zwar nicht in der StVO, ergibt sich aber daraus, dass Unmögliches nicht verlangt werden kann.


Wie haben sich Verkehrsteilnehmer bei diesen Verkehrszeichen zu verhalten?:









Zeichen 237 Radweg

Radfahrer dürfen nicht die Fahrbahn, sondern müssen den Radweg benutzen (Radweg-benutzungspflicht).

Andere Verkehrsteilnehmer dürfen ihn nicht benutzen.

Ist anderen Verkehrsteilnehmern durch Zusatzzeichen die Benutzung eines Radweges erlaubt, so darf nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren werden.









Zeichen 240

Gemeinsamer Geh- und Radweg


Radfahrer dürfen nicht die Fahrbahn, sondern müssen den gemeinsamen Geh- und Radweg benutzen (Radwegbenutzungspflicht).

Andere Verkehrsteilnehmer dürfen ihn nicht benutzen.

Ist anderen Verkehrsteilnehmern durch Zusatzzeichen die Benutzung eines gemeinsamen Geh- und Radweges erlaubt, so darf nur Schrittgeschwindigkeit gefahren werden. Auf einem gemeinsamen Rad- und Gehweg haben Radfahrer und die Führer von motorisierten Zweiradfahrzeugen auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen.











Zeichen 241

Getrennter Geh- und Radweg


Radfahrer dürfen nicht die Fahrbahn, sondern müssen den Radweg des getrennten Rad- und Gehwegs benutzen (Radwegbenutzungspflicht). Fußgänger und Radfahrer müssen auf ihrer „Spur“ bleiben. Keiner darf den Bereich des anderen mitbenutzen. Fahrräder dürfen aber auf dem Gehweg abgestellt werden.

Andere Verkehrsteilnehmer dürfen ihn nicht benutzen.



Wann darf ich mich als Radfahrer frei entscheiden, wo ich fahre?







Zeichen 1022-10 Radfahrer frei


Sind Wege mit dem Zusatzschild "für Radfahrer frei" gekennzeichnet, dürfen sie dort fahren, es besteht aber keine Benutzungspflicht. Hier dürfen Radfahrer auch auf der Straße fahren, es liegt also im Ermessen des Radfahrers, ob er die Straße oder (meist den Fuß-/Rad-) Weg benutzt.

Wenn also bspw. ein Linksabbiegen von einem Radweg aus nicht möglich oder schlichtweg zu gefährlich ist, wird sich ein Radfahrer in diesem Fall für das sicherere Fahren auf der Straße entscheiden.
Wenn das Zeichen "Radfahrer frei" unter einem blauen Gehwegschild angebracht ist und somit der Gehweg für Radfahrer freigegeben ist, muss die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr angepast werden. Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden, d.h. der Radfahrer ist gegenüber dem Fußgänger nachrangig. Das bedeutet im Zweifel Schrittgeschwindigkeit.


Weitere Verkehrszeichen, die es Fahrradfahrern erlauben, bestimmte Fahrbahnen zu benutzen:







Zeichen 220

Einbahnstraße mit Zusatzzeichen 1000-32 Radverkehr von links und rechts


Fahrzeugführer müssen beim Einbiegen und im Verlauf einer Einbahnstraße auf Radverkehr entgegen der Fahrtrichtung achten.

Erläuterung: Das Zusatzzeichen zeigt an, dass Radverkehr in der Gegenrichtung zugelassen ist.



Zeichen 267

Verbot der Einfahrt mit Zusatzzeichen 1022-10 Radfahrer frei


Fahrzeugführer dürfen nicht in die Straße einfahren.

Durch das Zusatzzeichen Radfahrer frei zum Verbot der Einfahrt, ist die Einfahrt für den Radverkehr gestattet.



Zeichen 244.1

Beginn der Fahrradstraße


Eine Fahrradstraße ist aus-schließlich für Fahrräder bestimmt. Ausnahmen gelten, wenn dies durch entsprechende Zusatzzeichen angezeigt wird. Alle Fahrzeuge dürfen nur mit mäßiger Geschwindigkeit fahren. In einer Fahrradstraße ist eine Geschwindigkeit als mäßig anzusehen, die derjenigen des Fahrradverkehrs angepasst ist. Schneller als 30 km/h darf nicht gefahren werden. Radfahrer dürfen in Fahrradstraßen nebeneinander fahren.


Zeichen 357.1

durchlässige Sackgasse


Achtung! Geisterradfahrer!

In welcher Richtung darf gefahren werden? (§ 2 Abs. 1 StVO)


Für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot! Und zwar nicht nur auf der Fahrbahn, sondern auch auf freigegebenen Gehwegen, Radwegen, Fahrradstraßen, Seitenstreifen, Radfahrstreifen und Schutz-streifen. Trotzdem kommen rechts fahrenden Radfahrern immer wieder Radfahrer entgegen. Das verunsichert die richtig fahrenden Radfahrer, die sich zum Ausweichen genötigt fühlen. Oft weichen aber diese Geisterradler selbst ganz überraschend, auch auf den angrenzenden Gehweg, aus, auf dem Radfahren untersagt ist.

Besonders gefährlich ist das Falschfahren von Radfahrern an Einmündungen, Kreuzungen und Ausfahrten. Dort rechnen Autofahrer nicht mit falsch fahrenden Radfahrern und können diese übersehen.

Die Benutzung des linksseitigen Radweges ist nur erlaubt, wenn dies durch ein Zusatzzeichen angezeigt wird.


(Ein einzeln stehendes Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ erlaubt das Fahren auf dem linksseitigen Radweg, verpflichtet aber nicht dazu. Doch auch wenn Radfahrer erlaubterweise den linken Radweg benutzen, werden Autofahrer oft von ihnen überrascht, was zu Unfällen führen kann. Deshalb werden sie an Einmündungen durch Zusatzzeichen an dem Schild „Vorfahrt gewähren“ auf Radfahrer aus beiden Richtungen hingewiesen.)


Diese Hinweise wurden in Zusammenarbeit des ADFC und der Landespolizeidirektion erarbeitet.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ist ein bundesweit organisierter Interessenverband mit dem Anspruch die Interessen Radfahrender in Deutschland zu vertreten. Der ADFC möchte, dass unsere Straßen wieder sicherer und Städte und Gemeinden wieder lebenswerter werden, indem möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zum Umsteigen vom Auto auf Fahrrad oder ÖPNV bewegt werden. Das kann nur umgesetzt werden durch ein tolerantes und kooperatives Miteinander im Straßenverkehr und durch sichere und gut zu befahrende Radverkehrsnetze in allen Städten und Gemeinden. Sicherheit rund um das Fahrrad heißt auch besserer Schutz gegen Diebstahl, z. B. durch die Bereitstellung entsprechend sicherer Abstellanlagen und bewachter Fahrradstationen. Sicher Rad fahren bedeutet aber auch mehr Eigenverantwortung zu übernehmen, teure Räder zu versichern, selbst entscheiden einen Helm zu tragen und darauf zu achten, dass sich das Rad in einem verkehrssicheren Zustand befindet.


Im Infoladen des ADFC in Erfurt, Bahnhofstraße 22 kann man sich jeden Dienstag von 14.00 - 18.00 Uhr, Donnerstag von 09.00 - 13.00 Uhr informieren.

Weiter Informationen sind unter www.adfc-thueringen.de oder telefonisch unter 0361/ 225 17 34 erhältlich.


© ADFC Thr. 2017-06-12