Veranstaltungsbericht

„Alle(s) aufs Rad gesetzt“

Weltenradler Thomas Meixner erzählte von der "unermesslichen Freiheit" auf dem Rad und es wurde munter über die Erfurter Verkehrssituation diskutiert. Der ADFC Thüringen hatte gemeinsam mit der Heinrich- Böll-Stiftung eingeladen.

Die Veranstaltung „Alle(s) aufs Rad gesetzt“ hatte das grundlegende Ziel, eine Austauschmöglichkeit über städtischen Radverkehr, dessen derzeitige Mängel und anzustrebende Verbesserungen in Erfurt zu bieten und auch Netzwerken zu ermöglichen. Dazu waren Thomas Engel vom Radentscheid Erfurt e.V. und Tanja Ernst-Adams vom ADFC Erfurt eingeladen. Darüber hinaus war der Weltenradler Thomas Meixner eingeladen. Er erzählte anhand eines spannenden Bildvortrags von seinen Erlebnissen und Erfahrungen rund um das Fahrrad und sorgte durchaus auch für Motivation, das Rad nicht nur im alltäglichen Gebrauch zu nutzen.

Gegenstand des Vortrages waren die zahlreichen Fahrradreisen Meixners, die sich insgesamt über alle Kontinente und zahlreiche Länder der Erde erstreckt haben. Dabei kam er nicht nur auf die schönen Seiten eines solchen „Halbnomanden-Lebens“ zu sprechen, sondern berichtete ebenfalls von den Schattenseiten seiner Weltreisen. Doch alles in allem überwiegen die positiven Erfahrungen, die er seit 1998 auf seinen Reisen erlebt hat. Dazu zählen nicht nur außergewöhnliche Landschaften und Tierwelten sondern auch menschliche Gastfreundschaft, die ihm in vielen Ecken der Welt regelmäßig zu Teil wurde. Der größte Vorteil von Reisen mit dem Fahrrad sei die unermessliche Freiheit und Selbstbestimmtheit. Nicht nur kann man selbstständig entscheiden wohin die Reise gehen soll, man kann – anders als mit dem Flugzeug oder dem Reisebus – auch bequem und ganz spontan Zwischenstopps einlegen, die Route ändern oder andere Spontanitäten vollführen. Meixner sieht das Fahrrad außerdem als eine der großen Lösungen für die Klimakrise. Seiner Meinung nach sei ein Umschwenken gerade in Sachen der Mobilität schon lange möglich gewesen. Meixner sieht außerdem im Kapitalismus eine klare Hürde für einen effektiven Schwenk.

Der zweite Teil des Abends gehörte vielmehr dem Radentscheid Erfurt e.V. Thomas Engel – einer der Wortführer*innen im Verein – berichtete von der derzeitigen Situation für den Radverkehr in Erfurt, aber auch von den Forderungen der Radfahrer*innen und dem angestrebten Bürgerentscheid. Zentral sind für den Radentscheid vor allen Dingen folgende Punkte:

  • Ein durchgängiges Radverkehrsnetz

  • Sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen

  • Sichere Kreuzungen und Einmündungen

  • Barriere- und hindernisfreie Rad- und Gehwege

  • Ausreichende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

In der anschließenden Diskussion mit den Besucher*innen der Veranstaltung ging es vor allen Dingen um folgende Punkte: Es wurde von den Teilnehmer*innen gefordert, dass die Verbesserungen der Fahrradsituation in Erfurt von der Verwaltung mit einem ähnlichen Elan angegangen werden sollte, wie die Maßnahmen während derCorona-Pandemie. Ein Punkt der herausgehoben wurde und zu Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmer*innen führen könnte ist der Fakt, dass Verbesserungen für Fahrradfahrer*innen meist nur erreicht werden können, wen anderen Verkehrsmitteln Platz weggenommen wird. Darüber hinaus wurde sich darüber unterhalten, wie sich die aktuelle politische Lage im Erfurter Stadtrat darstellt bezüglich Radverkehr und es erfolgte ein Austausch über mögliche, neue Aktions- und Protestformen.

15.07.2020 - 13:25

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