ADFC Jena-Saaletal

Erstes Ghost Bike in Jena aufgestellt

Ein unbeteiligter Radfahrer wurde Ende letzten Jahres bei einem Unfall zweier Pkw im Stadtzentrum Jenas getötet. Nun wurde in stillem Gedenken ein Ghostbike als Mahnmal aufgestellt.

Trauer und Schock sitzen immer noch tief beim Gedanken an jenes Ereignis im morgendlichen Berufsverkehr des Novembers 2019: Ein an einer Ampel wartender Radfahrer wird von einem durch die Luft fliegenden Auto tödlich verletzt. Ursache für den Unfall an einer stark befahrenen Kreuzung in der Innenstadt Jenas waren vermutlich Unachtsamkeit und überhöhte Geschwindigkeit der beteiligten Autofahrer, möglicherweise spielte auch Alkohol eine Rolle.

Die Stadt Jena und der ADFC Jena-Saaletal haben an jener Kreuzung am 25.8.2020 im Beisein von Familie und Arbeitskollegen des Verunglückten ein sogenanntes Ghost Bike aufgestellt, das ein Jahr lang mahnen und auffordern wird zu mehr Rücksicht und Achtsamkeit im Straßenverkehr.

Barbara Albrethsen-Keck, Vorsitzende des ADFC Jena-Saaletal, mahnte in diesem Zusammenhang Änderungen in der städtischen Verkehrsinfrastruktur an. Die Stadt könne ihr Ziel „Vision Zero“ aus dem Mobilitätskonzept 2030 – keine Verkehrstoten mehr – nur durch eine Entschleunigung des Verkehrs (Stichwort Tempo 30 km/h) und durch die Schaffung von geschützten Zonen für den Radverkehr (Stichwort Fahrradstraßen, geschützte Radspuren) erreichen. Erste zaghafte Versuche in diese Richtung gibt es. Der ADFC Jena-Saaletal und weitere Umweltverbände fordern allerdings ein weit mutigeres Vorgehen der Stadt.

Nach Ablauf des Jahres wird das Ghost Bike entfernt und hoffentlich nie wieder an anderer Stelle aufgestellt.

28.08.2020 - 12:22

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