08.03.2019

Neues vom ADFC Thüringen: Ein Hoch auf die (radelnden) Frauen!

Newsletter-Ausgabe März 2019

Die französische Radrennfahrerin Mademoiselle Serpolette 1899
Quelle: Sport im Bild, 1899

Kein technisches Fortbewegungsmittel ist so unkompliziert und trägt so stark zur Freiheit bei wie das Fahrrad. Auch die Emanzipation der Frauen hat es maßgeblich befeuert. Darum feiern auch wir den heutigen Tag ganz besonders und sagen: Alles Gute zum Frauentag, liebe radelnde und nicht-radelnde Frauen!

In Zukunft möchte der ADFC noch attraktiver für Frauen sein sowie Angebote und Austauschmöglichkeiten schaffen. In mehreren Landesverbänden haben sich in den vergangenen Monaten bereits erste Frauennetzwerke gegründet, um die Rolle der Frauen im Verband zu stärken.

Zwar sind weibliche Mitglieder mit 42 Prozent auch im Thüringer ADFC leicht unterrepräsentiert, dennoch gilt für jedes ADFC-Treffen, jeden Stammtisch, jede Radtour: Wir setzen uns für ein gemeinsames Ziel ein und begrüßen jede Interessierte und jeden Interessierten gleichermaßen - Geschlecht hin oder her.

Rückblick auf das Aktivencoaching am 23. Februar

Wie stoßen Menschen auf den ADFC und seine Arbeit? Welches sind Erfolg versprechende Möglichkeiten, Interessierte aktiv anzusprechen? Wie werden sie in die Arbeit eingebunden, ohne überfordert zu werden? Welche Möglichkeiten der Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit gibt es?

Der Ehrenamtscoach Peter Hölzer war am 23. Februar in Erfurt zu Gast und mit einem großen Strauß an Fragen konfrontiert, die die 18 Aktiven der Kreisverbände zum Coaching mitgebracht hatten. So unterschiedlich die Thüringer Kreisverbände personell aufgestellt sind, so sehr ähneln sich die Herausforderungen.

Ziel an diesem Coachingtag war es, grundsätzlich über ehrenamtliches Engagment und Motivation nachzudenken und daraus attraktive Angebote für Interessierte zu entwickeln. Heute erwarten ehrenamtlich Engagierte konkrete Aufgaben in Vereinen, die sie in einer definierten Zeit erledigen möchten - Die Tätigkeiten sind nicht mehr zwangsläufig auf Dauer ausgelegt. Diesem Wunsch soll mit konkreten Ausschreibungen, die Jobbeschreibungen ähneln, Rechnung getragen werden.

Wer nicht am Workshop teilnehmen konnte, aber am Ergebnis und den entwickelten Ausschreibungen für seine/ihre Arbeit interessiert ist, kann sich gern an die Landesgeschäftsstelle wenden.

Schülergruppe zu Besuch im Radhaus

Körperliche Beschwerden beim Radfahren äußern sich zwar häufig eher im Alter, jedoch ist Ergonomie auch in jungen Jahren ein Thema. Am 25. Februar besuchte uns eine Schülergruppe der Kooperativen Gesamtschule "Am Schwemmbach" im Rahmen einer Projektwoche. Bestens ausgestattet mit verkehrstüchtigen Fahrrädern, Helmen und Wissen rund um die Straßenverkehrsregeln, konnten wir ihnen die Arbeit des ADFC näherbringen. Außerdem nahmen wir gemeinsam ihre Sitzpositionen auf dem Fahrrad unter die Lupe und erklärten daran Grundlegendes zur Ergonomie.

Dass viele der Schülerinnen und Schüler sehr interessiert am Thema Mobilität waren, kam nicht von ungefähr: Im Rahmen der Projektwoche hatten sie dieses Thema gewählt und wollten sich damit auseinandersetzen. Für den weiteren Verlauf der Woche hatte sich die Gruppe viel vorgenommen, darunter auch ein Besuch der EVAG, der Erfurter Bahn und des Flughafens. Und dank ihres engagierten Lehrers wurden alle Wege von der Schule bis dorthin mit dem Fahrrad zurückgelegt. Vorbildlich!

Evangelische Kirche in Mitteldeutschland fordert: Tempo 130 auf Autobahnen

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat sich entschieden, ein Tempolimit für Autobahnen zu fordern, "weil damit sofort und kostengünstig CO2-Emissionen gesenkt werden können. Gemindert werden außerdem das Lärmaufkommen und der Reifenabrieb. Zudem sorgt ein Tempolimit für einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss. Nicht zuletzt wird die Verkehrssicherheit erhöht; die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten geht zurück", so die EKM.

Der ADFC Thüringen unterstützt dieses Anliegen, obwohl natürlich nicht nur das Auto, sondern auch die Träger des Umweltverbundes im Vordergrund der Diskussion stehen sollen: die öffentlichen Verkehrsmittel, das Zufußgehen und natürlich besonders das Radfahren.

Die Initiative betrifft uns als Radfahrerinnen und Radfahrer natürlich nur mittelbar. Trotzdem sehen wir sie als Einstieg in eine Diskussion zu einer allgemeinen Temporeduzierung. Wir fordern darüber hinaus eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeiten auf Landstraßen (es gibt fast kein anderes Land, in dem außerorts so hohe Geschwindigkeiten erlaubt sind, wie in Deutschland) und auf 30 km/h innerorts. Aus unserer Sicht sind diese Schritte längst überfällig.

Wir begrüßen die Initiative der EKM, weil sie auf eine Änderung der aktuellen Verkehrspolitik abzielt.

Hier kann die Petition unterzeichnet werden.

Start der Aktion Autofasten

Ein wichtiger Baustein, der auf die Veränderung des Mobilitätsverhaltens abzielt, ist das Autofasten, ebenfalls initiert von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Am vergangenen Mittwoch startete die Aktion Autofasten erneut, unterstützt unter anderem vom ADFC Thüringen. Bis zum 20. April kann man sich unter www.autofasten-thueringen.de registrieren, Kilometer sammeln und Preise gewinnen.

Sonstiges

Verschiedene Umwelt- und Mobilitätsverbände machen sich für ein Fahrradparkhaus am Leipziger Hauptbahnhof stark. Wer diese Petition unterstützen möchte, kann das hier tun. Schließlich verschlägt es auch viele Thüringerinnen und Thüringer öfter mal nach Leipzig.

Termine 2019

13./14. Mai: Nationaler Radverkehrskongress, Dresden
28.-30. Juni: Thüringentag in Sömmerda
11. August: Demokratie-Radtour nach Schwarzburg
31. August: Landesversammlung des ADFC Thüringen in Jena

Viele weitere Termine finden sich hier.